Freitag, 20. September 2019
Träumen Milchkühe vom Golfspielen?
Die Schule, in die ich kam, war ein großer Gebäudekomplex, der ehemals als Lazarett gedient hatte. An den Außenwänden waren immer noch die Farbreste der großen Rotkreuz-Symbole zu sehen. Als ich in der fünften Klasse war und mein Klassenlehrer Unterricht gab, kam einmal die Sprache auf die Philosophie. Herr K. war schon alt, hatte einen Buckel und auch auf seinem Gesicht spiegelten sich die menschlichen Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts wider. Seine brüchige Stimme teilte etwas von seiner inneren Stimmungslage mit, die man ungefähr wohl mit trostlos enttäuscht sein bezeichnen konnte. Er hatte die Angewohnheit, im Mittelgang zwischen den Schülerschreibtischen auf und ab zu gehen, während er uns etwas vortrug. Über Platon erzählte Herr K., dass dieser nichts taugen würde, dass aber Aristoteles ein großer Philosoph gewesen sei. Ich habe diese Unterrichtsszene nie vergessen. Er hatte es mit vollem Ernst so vorgetragen.

Doch daran sollte kein Wort wahr sein - es war nämlich genau umgekehrt, wie ich dann später feststellte. Man braucht sich nur anzusehen, was Aristoteles über die Seele geschrieben hat, dann weiß man, dass er sehr weit entfernt von der

p h i l o s o p h i s c h e n W a h r h e i t s e r k e n n t n i s

gewesen ist. So weit weg wie eine Milchkuh davon entfernt ist, jemals vom Golfspielen träumen zu können.

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Dienstag, 10. September 2019
Zu Erlers Buch über Platon
Es sind 792 Seiten, für die 160 Euro über den Ladentisch gingen. Es ist eine Fleißarbeit, zugegeben. Jedoch fehlt etwas ganz Entscheidendes. Es fehlt die Untersuchung des Nutzens!

Der Autor hat mit einer gewissen Starrheit oder wie soll ich sagen: Leblosigkeit, auf Platons Texte geschaut und alte Meinungen zusammengetragen, Streitthemen, die seit antiker Zeit aufgeworfen worden sind, gebracht, aber den Nutzen nicht sehen können.

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Montag, 2. September 2019
Philosophie ist das dickste und härteste Brett, das Sie bohren,
wenn Sie sich entscheiden dieses Fach zu studieren. Und nur wenige schaffen es wirklich durchzukommen. Dies war schon zu Platons Zeiten so und heute ist es immer noch zutreffend.

Aus Michael Erlers Buch über Platon zitiere ich mal diesen Satz: "..., dass es auch Platon als Eristiker nicht um Wahrheitssuche geht, … "

Eris ist die griechische Göttin der Zwietracht und mit Eristiker ist natürlich jemand gemeint der auch Streitgespräche führt.

Nun, Platon zu bezichtigen, dass es ihm nicht um die Suche nach der Wahrheit ginge, ist vollkommen absurd! Völlig antiplatonisch und ist direkt ein Affront gegen die Philosophie selbst!

In allen seinen Schriften wird der Leser von Platon auf defensive Weise in Richtung auf die Wahrheitserkenntnis geleitet.

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Freitag, 23. August 2019
Wie Platons Dialoge von Christen manipuliert und zensiert werden
Zum Beispiel schreibt Michael Erler in seinem Buch über Platon, dass der Hipparchos-Text nicht von Platon geschrieben worden sein kann, weil Sokrates sich in dem Dialog mit einem Unbekannten nicht namentlich genannten Gesprächspartner unterhält und das man deshalb Platons Autorschaft verwerfen müsse, weil Platons Texte sonst immer als Überschrift einen der Gesprächsteilnehmer nennen.

Nun, wenn Sie sich, liebe Leserinnen und Leser meines Blogs, einfach mal bei Wikipedia den Hipparchos-Text in deutscher Übersetzung ansehen, dann sehen Sie, dass es gar nicht wahr ist, dass Sokrates mit einem Unbekannten spricht. Sein Gesprächspartner ist dort mit: Hipparchos, angegeben. Ja, Überraschung! :-)

Demnach ist Platon der Autor des Hipparchos! Tja, Monsieur Erler, auch wenn Sie Präsident der Internationalen Platon Gesellschaft sind, wir fallen nicht auf Sie herein!

Platons Hipparchos-Text ist übrigens kurz aber ein ausgezeichnetes Werk!

Hinzufügen möchte ich noch, dass der sehr wichtige Schlusssatz im Hipparchos überhaupt gar nicht bei Erler zur Sprache kommt, denn dann müsste man ja zugeben, dass die Bibel-Autoren bei Platon abgeschrieben haben, nicht wahr!

Selber denken, Michael Erler, anstatt Vorläufern nachzubeten deren IQ und Logik einfach nicht ausgereicht haben um Platon das Wasser zu reichen!

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Freitag, 12. Juli 2019
Hypatia
Hypatia (355 - 415/416) war eine griechische Mathematikerin, Astronomin und Philosophin, die zur Zeit der Spätantike in Alexandria lebte und lehrte. Sie unterrichtete auch öffentlich und vertrat vermutlich den Neuplatonismus.

Neben dem Lehrstoff, den Hypatia der Öffentlichkeit vermittelte, gab es auch Geheimlehren, die einem engeren Schülerkreis vorbehalten bleiben sollten. Dies ist aus der Korrespondenz des Synesios ersichtlich, der gegenüber seinem Freund und Mitschüler Herkulianos mehrfach an das Gebot der Verschwiegenheit (echemythia) erinnert und Herkulianos vorwirft, sich nicht daran gehalten zu haben. Dabei verweist Synesios auf das Schweigegebot bei den Pythagoreern; die Vermittlung von Geheimwissen an unqualifizierte Personen führe dazu, dass solche eitlen und verständnislosen Hörer ihrerseits das Vernommene in verzerrter Form weitergäben, was letztlich eine Diskreditierung der Philosophie in der Öffentlichkeit bewirke. (Quelle: Wikipedia)


Kommentar: Tatsächlich gibt es die Geheimlehre innerhalb der Philosophie Platons. In der modernen philosophischen Literatur findet man unter dem Titel: Die ungeschriebene Lehre, etwas dazu. Jedoch ist auch in ihr das eigentliche Geheimnis bewahrt und es gibt dazu nur allgemeine Umschreibungen. Wer es kennt wird das pythagoreische Schweigegebot von selbst einhalten. Es braucht weit fortgeschrittene philosophische Bildung, die das allgemeine Publikum nicht hat, um verstehen zu können.

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Mittwoch, 3. Juli 2019
Neutrino-Voltaik: Energie aus kosmischer Strahlung
https://youtu.be/GNa5yH0Q1lI

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Freitag, 28. Juni 2019
Platons Kriton-Text
Wenn es um den Gewissenskonflikt geht, der entsteht, wenn ein gültiges Gesetz zu einem Verhalten zwingt, das aus Sicht eines Betroffenen ein offenkundiges schweres Unrecht darstellt, dann, so jedenfalls sagt es Sokrates im Kriton-Text, ist es erstens die Pflicht des Bürgers gegenüber seinem Staat loyal zu bleiben und zweitens meint Sokrates, dass man selbst kein Unrecht begehen sollte, weil dies seelische Belastung hervorrufen würde.

In Platons Dialog Kriton geht es darum, dass Sokrates kurz vor seiner Hinrichtung die Flucht nach Thessalien ermöglicht werden sollte. Sokrates reicher Athener Freund Kriton wollte sein Vermögen einsetzen um Sokrates zur Flucht zu verhelfen. Jedoch Sokrates hat dies abgelehnt. Aus Loyalitätsgründen dem Staat gegenüber und wegen dem Wunsch keinen seelischen Schaden bei sich hervorzurufen.

Meines therapeutischen Wissens nach hätte Sokrates, wenn er geflüchtet wäre, keinerlei seelische Belastung zu befürchten. Allerdings könnte es durchaus sein, dass er sich seelisch belastende Ladung zugezogen hat, da er leichtfertigt sein Leben hingegeben hat obwohl er sich hätte retten können.

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Dienstag, 25. Juni 2019
Antidepressiva erhöhen das Selbstmordrisiko
Anstatt depressive Stimmungen, also Niedergeschlagenheit zum verschwinden zu bringen, wird die Gefahr Selbstmord zu begehen noch verstärkt. Nun, dies ist wirklich verrückt!

Da müsste doch der Gesetzgeber endlich einmal einschreiten, so dass jene Produkte aus dem Verkehr gezogen werden.

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Montag, 10. Juni 2019
"Wenige Ansichten nur entfernen uns von der Unsterblichkeit:
1. Sich selbst als Körper zu identifizieren.

2. Die vielfältigen Möglichkeiten des Lebens.

3. Aufgrund des Vergehens der Zeit, man selbst würde unausweichlich der Vergänglichkeit anheim fallen."

Autor: Eckhart von Hochheim (1260 - 1328) Theologe und Philosoph. Zitiert aus: Deutsche Predigten und Traktate

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Samstag, 8. Juni 2019
Das Universum soll 13,7 Milliarden Jahre alt sein?
Sehr wahrscheinlich ist es sehr viel älter! Nicht 500 Milliarden sondern eher mehr als 600 Billionen Jahre ist es alt.

Die These ist, dass die Größe des Universums, wie es sich heute darstellt, nicht in dem relativ kurzem Zeitraum von bloß 13,7 Milliarden Jahren hat entwickeln können.

Die Urknall-Theoretiker meinen, dass sich in der ersten Sekunde des Universums der Raum auf 50 oder 75% der heutigen Größe ausgedehnt hätte. Und eben dies kann so nicht sein, weil Materie- oder Energieteilchen die Lichtgeschwindigkeit nicht überschreiten können. Die behauptete ungeheure Raumausdehnung in der ersten Sekunde nach dem Big Bang war so überhaupt nicht möglich. Das Universum muss also entsprechend viel länger bestanden haben um sich zur heute angedachten Größe zu entwickeln.

Allein diese Vorstellung, der Raum hätte sich innerhalb einer Sekunde auf enorm riesige Werte ausgedehnt, ist meiner Ansicht nach einfach absurd!

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Samstag, 25. Mai 2019
Die dunkle Materie
Möglicherweise entsteht die immense Schwerkraft in dem Bereich zwischen den Galaxiengruppen durch sogenannte gesättigte schwarze Löcher. Gesättigte schwarze Löcher sind, meiner Vorstellung nach solche, die sämtliche Sonnen, Planeten und Gase ihrer Galaxie in sich hineingezogen haben. Vielleicht ist es so.

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Dienstag, 14. Mai 2019
Zitate von Ralf Dahrendorf
Ralf Dahrendorf (1929 - 2009) war ein deutsch-britischer Soziologe und Politiker (FDP/Liberal Democrats UK)

Zitat: "Die Währungsunion ist ein großer Irrtum, ein abenteuerliches, waghalsiges und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint sondern spaltet."

Zitat: "Das Europäische Parlament ist kein Parlament. Man kann einem Parlament keine Rechte geben, das Parlament gibt Rechte. Ein Parlament, das bei der Kommission um seinen eigenen Haushalt betteln muss, das keine Steuern erheben kann, das keine Regierung bestellt oder entlässt, verdient diesen Namen nicht und wird sich nie zu einem Instrument der Demokratie entwickeln."

Zitat: "Wenn die EU um Mitgliedschaft in der EU nachsuchen würde, müsste sie wegen Mangels an demokratischer Ordnung abgewiesen werden."

Nun, wenn also die EU tatsächlich und objektiv gar keine Demokratie ist, dann ist doch wohl die Frage gestattet: Um was handelt es sich dabei? Ist es eine Tyrannis?

Und warum sollte man seine Stimme für etwas hingeben was nicht wirklich eine Demokratie ist?

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Montag, 13. Mai 2019
Bemerkenswerte Statistik zum Existenzminimum
Im Jahr 1820 lebten 94% der Weltbevölkerung am Existenzminimum. Heute, zweihundert Jahre später, leben nur noch 9,6% am Existenzminimum - Tendenz: Fallend! So jedenfalls erzählt es der Science Comedian Vince Ebert in seinem Vortrag Zukunft.

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Mittwoch, 8. Mai 2019
Platons Kratylos-Dialog
wird als schwierigster Text eingestuft. Es gibt weitere Dialoge die auch schwierig sind. Nun ja, wenn Sie über einen Wissenschaftsbereich hören, er wäre schwierig oder kompliziert, dann können Sie davon ausgehen, dass er mindestens in einigen Teilen nicht wirklich verstanden wird. Und man wird in jenen Bereichen dann immer die verschiedensten sich widersprechenden Theorien vorfinden.

Eine Theorie zum Beispiel, besagt, dass Platon den Kratylos-Text geschrieben habe um damit gegen Antisthenes* zu polemisieren. Eine andere Ansicht bestand darin, dass gesagt wurde der Dialog würde mit einer Aporie** enden. Was so aber nicht richtig ist wenn man die Ideenlehre Platons berücksichtigt.


* Antisthenes: Griechischer Philosoph, 445 - 365 v. C., begründete den Kynismus, worunter die Lehre des ethischen Skeptizismus und Bedürfnislosigkeit zu verstehen ist. Diogenes (Ja, der in der Tonne) von Sinope war einer der Schüler des Antisthenes.

** Aporie: Ausweglosigkeit; ohne Lösung verbleibend

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